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Kitas als „Bewegte Kitas“ ausgezeichnet

Balancieren-Kinderwerk
Datum:
Veröffentlicht: 11.3.20
11.03.2020 - Vier Kindertageseinrichtungen haben sich erneut auf den Weg gemacht, Bewegungskita zu werden: Die Kita „Villa Sonnenschein“ aus Adelsdorf, der Kindergarten „St Marien“ aus Bubenreuth, die Kinderkrippe „Zum Guten Hirten“ aus Neunkirchen am Brand und der Kindergarten „Sonnenschein“ aus Aurachtal werden im Projekt „QueB – Qualität entwickeln mit und durch Bewegung“ für ihren Entwicklungsprozess zur Verbesserung der Bewegungsmöglichkeiten in ihrer Einrichtung zertifiziert.
Matsch- und Buddelecke

Grundlegend für das Projekt ist die Annahme, dass Bewegung von elementarer Bedeutung für Kinder ist: Bewegung ist ein Grundbedürfnis von Kindern und fördert nachhaltig ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden. Sie ist aber auch der Schlüssel zur Welt: Über Bewegung lernen die Kinder und setzen sie sich mit sich, mit anderen und mit Ihrer Umgebung auseinander. Ein bewegter Alltag fördert die motorische, kognitive und soziale Entwicklung gleichermaßen. „So wird auch verständlich, dass Bewegung sich nicht nur auf eine Sportstunde pro Woche beschränken darf, sondern als Querschnittsthema gedacht werden muss.“, so die Projektleitung Prof. Dr. Ulrike Ungerer-Röhrich von der Universität Bayreuth. „QueB zielt demnach darauf ab, nachhaltige Strukturen für einen bewegungsorientierten Alltag in Kindertagesstätten zu schaffen.“

Auf diesen Weg haben sich die teilnehmenden Kitas gemacht: Jede Kita hat auf der Grundlage einer Bestandsanalyse überlegt, in welchen Bereichen Entwicklungen für sie am meisten Sinn machen und sie die größten Effekte zur Verbesserung ihrer Bewegungssituation erzielen können. So gestalteten sich die erzielten Veränderungen auch sehr unterschiedlich.

In der Bewegungskrippe stand die Entrümpelung des Tagesablaufes ganz oben auf der Liste der umzusetzenden Ziele: die pädagogischen Fachkräfte schauen nun noch genauer hin, welche Bedürfnisse ihre Kinder haben und reagieren darauf möglichst flexibel. Wenn die Kinder anzeigen, dass sie sich bewegen möchten, werden die Pikler-Elemente gemeinsam mit den Kindern zu neuen Bewegungslandschaften arrangiert, der Bewegungsflur geöffnet oder die Gruppe zieht um in die Turnhalle. Im Außenbereich stehen verschiedene Naturmaterialien wie Baumscheiben und Bretter für vielfältige Bauaktionen und Balancierlandschaften bereit.

Das Projekt QueB fand in der Region Erlangen, diesmal mit freundlicher Unterstützung durch die Techniker Krankenkasse, zum zweiten Mal statt, so dass nun insgesamt neun Kitas in der Region sich Bewegungskitas nennen dürfen. Neu in der zweiten Runde war die Weiterqualifizierung von mindestens drei Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern als Bewegungscoachs. Bei dieser Schulung erfahren sie grundlegende theoretische Bewegungsansätze und erhalten viele Impulse zu einer bewegten Kita-Alltagsgestaltung. Als wichtigsten Erfolgsfaktor benennt Verena Popp, die die Kitas in der Region coacht und begleitet, ein stabiles Team: „QueB erfordert eine gemeinsame Anstrengung über viele Monate hinweg, von der Zielformulierung bis hin zur Umsetzung und Überprüfung der Zielerreichung. Wenn es zu großen Personalveränderungen kommt, fängt man fast wieder bei null an, man muss die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur informieren, sondern auch motivieren. Aufgrund des Fachkräftemangels ist die Fluktuation in den Kitas aber leider Realität.“ Doch der lange Weg lohnt sich: Da die Kitas sich ihre Ziele selbst stecken, setzt das Projekt und die hier angestoßenen Entwicklungen genau am jeweiligen Bedarf an. Durch die nachhaltige Verankerung in den Abläufen und in der Arbeit besteht kein Risiko, dass Erreichtes wieder im Alltagsstress hinten runterfallen, so auch das Fazit der Leitungen.

Begleitet und Artikel Verfasst von Dr.Verena Popp